Kinderyoga – Aktivierung von Körper und Geist im Kindesalter

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Yoga für Kinder hat viele positive Auswirkungen auf deren Entwicklung (c) Konstantin Yuganov - fotolia.com
Yoga für Kinder hat viele positive Auswirkungen auf deren Entwicklung (c) Konstantin Yuganov - fotolia.com

Yoga – das bedeutet Achtsamkeit, Ruhe, Konzentration und Atemübungen. Doch ist Yoga auch für Kinder geeignet und wenn ja, ab welchem Alter und in welcher Form?

Yoga für Kinder vs. Yoga für Erwachsene – wo ist der Unterschied?

Ebenso wie wir Erwachsenen profitieren unsere Kinder von den entspannenden, auspowernden Asanas, die sowohl Körper, als auch Geist aktivieren.

Kinderyoga unterscheidet sich vom normalen Yoga, da es hierbei deutlich lustiger, lauter und spielerischer zugeht. Denn Kinder machen die Übungen, die an die Natur und Tierwelt angelehnt sich, viel intuitiver als Erwachsene. In Kursen für Erwachsene steht die richtige Haltung im Vordergrund. Der Trainer muss uns erst erklären, wie wir unsere Füße und Arme halten und wie wir einen Katzenbuckel machen.

Kinder können mit Übungen wie der Katze, dem Löwen oder dem Baum viel schneller etwas anfangen und machen einfach. Schaut ihr euch in einer Kinderyogastunde um, seht ihr, wie die Kids innerhalb von Sekunden ihren Katzenbuckel machen und laut miauen.

Ein weiterer Unterschied ist, dass eine Yogastunde für Kinder viel schneller geht. Denn die Kids verlieren schneller die Geduld und brauchen mehr Abwechslung. Zudem ist hier Herz-Kreislauf-System deutlich früher aktiviert. Auch die Entspannungsphase fällt kürzer aus. Denn Kinder können viel einfacher abschalten als Erwachsene.

Kinderyoga zu Hause oder im Kurs – darauf kommt es an

Das wichtigste beim Kinderyoga ist, dass die Kinder Spaß haben und der Trainer oder die Eltern sie nicht mit zu schweren Übungen überfordern. Kopfstand, Kobra oder langwierige Atemübungen sind noch nichts für Kinder.

Am besten pickt ihr Übungen, wie Katze, Baum, Krokodil oder ähnliche heraus und gestaltet diese spielerisch. Hier helfen Bilder, Geschichten und Videos. Dabei gilt es, die Kinder machen zu lassen. Sie müssen die Übung nicht exakt nach Lehrbuch durchführen, sondern so, wie sie sich wohlfühlen. Achtet darauf, dass die Haltung nicht schädlich für die Kleinen ist.

Heutzutage gibt es zahlreiche Kurse speziell für Kinder in Schulen, Fitnessstudios oder in speziellen Yogastudios. Achtet darauf, dass der Lehrer eine Zusatzqualifikation als Kinderyoga-Trainer hat. Er sollte in der Lage sein, die Übungen spielerisch zu gestalten, bestenfalls mit Musik, Geschichten und Fantasiereisen. Schaut euch einfach eine Schnupperstunde an.

Ihr könnt eurem Kind Yoga auch zu Hause näher bringen. Mit speziellen Videos, Yoga-Geschichten, Büchern und Bildern bringt ihr ihnen die richtigen Übungen bei. Ihr braucht lediglich eine kleine, freie Fläche, eine weiche und rutschfeste Unterlage und eine angenehme Zimmertemperatur. Macht die Asanas gemeinsam mit eurem Kind. Dann macht es meist von ganz alleine mit, weil es neugierig darauf ist. Selbst im Kleinkindalter ist dies möglich.

Yoga für Kinder – ab wann?

Im Grunde gibt es keine Altersbeschränkung. Yoga könnt ihr mit euren Kindern in jedem Alter machen, solange ihr die Übungen entsprechend wählt und gestaltet.

Schon kurz nach der Geburt kannst du dein Kind zu speziellen Mutter-Kind-Yoga-Stunden mitnehmen. Hier machst du die Übungen und das Baby wird mit Massagen einbezogen. Die positiven Wirkungen, die du durch die Übungen erlebst, kann dein Baby spüren. Auch zu Hause könnt ihr eure Übungen machen. Kleinkinder sind neugierig und imitieren meist von ganz alleine das, was ihr gerade macht. So tasten sie sich unbewusst an Yoga heran.

Beim Mutter-Kind-Yoga könnt ihr schon die ganz kleinen einbeziehen (c) pololia - fotolia.com
Beim Mutter-Kind-Yoga könnt ihr schon die ganz kleinen einbeziehen (c) pololia – fotolia.com

Zwischen drei und sechs Jahren gibt es spezielles Kinderyoga, dass nur wenige Übungen, viel Spiel und maximal ein bis zwei Minuten Entspannung beinhaltet. Mit zunehmendem Alter können mehr Asanas, mehr Atemübungen und längere Entspannungsphasen hinzukommen. Längere Stunden sind erst ab sechs bis zehn Jahren geeignet. Auch hier ist die spielerische Form mit Märchen, Musik und Geschichten noch im Vordergrund.

Ab zehn bis zwölf Jahren nähert sich das Kinderyoga mehr dem der Erwachsenen an. Die ersten Grund-Asanas aus Erwachsenen-Kursen sind nun Teil des Programms. Es gilt weiterhin, diese kindgerecht aufzuarbeiten und die Phase des Haltens ist noch deutlich kürzer.

Ab zwölf Jahren kann euer Kind fordernde Asanas machen. Gerade in diesem Alter lernen Kinder und Jugendliche schnell. Und auch die Tiefenentspannung im Anschluss kann Teil der Übungsstunde sein.

Wie profitiert mein vom Kinderyoga?

Yoga ist für alle Kinder geeignet. Im Zweifel holt ihr euch einen Rat vom behandelten Arzt. Eure Kinder können in vielerlei Hinsicht von den entspannenden, aktivierenden Asanas profitieren.

Beispielsweise lindern gezielte Übungen Asthma- oder Allergie-Beschwerden, Verspannungen und Kopfschmerzen. Zudem fördert Yoga die Konzentration, was beim Lernen hilf. Darüber hinaus bauten deine Kinder mit Yoga ihre Muskeln auf, sie werden flexibler und besser durchblutet. Das hilft wiederum Haltungsschäden vorzubeugen und stärkt das Immunsystem.

Diese positiven Effekte treten jedoch nur ein, wenn ihr die Übungen zu einem regelmäßigen Ritual macht. Am besten plant ihr täglich oder zumindest mehrmals in der Woche an festen Tagen kleine Yoga-Phasen ein. Morgens kann Yoga deinem Kind helfen, wach zu werden. Bei Kindern mit Einschlafproblemen helfen Übungen vor dem zu Bett gehen für einen besseren Schlaf. Hat dein Kind Konzentrationsprobleme, hilft eine kleine Yoga-Session vor den Hausaufgaben.