Förderung von Sensomotorik & Propriozeption bei Kindern

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Sensomotorik
Förderung Sensomotorik Kind

Schon früh beginnt heutzutage auch bei unseren Kindern ein anspruchsvoller Alltag. Schule, Hausaufgaben, Nachhilfe und Co bewirken, dass die Kinder heutzutage immer weniger Zeit haben, ihre Kindheit auszuleben, mit Freunden zu spielen oder sportlichen Hobbies nachzugehen. Im Gegenzug überwiegt langes Sitzen im Alltag unserer nächsten Generation!

Dabei vergisst man oft, dass dies nicht nur Auswirkungen auf die Psyche und die mentale Leistungsfähigkeit der Kinder hat, sondern genau so auch auf die körperlichen Fähigkeiten, wie die Sensomotorik und die Propriozeption (Bewegungsempfinden). Degenerative (abbauende) Prozesse finden dabei schon sehr früh statt und führen dazu, dass bei der Entwicklung des Körpers Beschwerden in Muskulatur, Gelenken oder Knochenstruktur sowie Fehlhaltungen entstehen können. Diese im Erwachsenenalter wieder aufzuholen ist sehr viel schwieriger, als bereits im Kindesalter vorzubeugen.

Sie möchten jetzt bestimmt wissen – was bedeutet das für mein Kind und was kann ich als Elternteil tun?

Genau in diesem Fall scheint die Antwort verblüffend einfach! – Lassen Sie Ihr Kind einfach mal wieder Kind sein!

Spielen, toben, rennen, turnen – eben alles was Kinder so tun, schult von Natur aus die körperlichen Fähigkeiten und die muskuläre Grundstabilität. Kinder gehen dabei oftmals an ihre eigenen Grenzen, um zu testen „was kann ich denn eigentlich alles?“. Und glauben Sie mir, so ein kleiner Kinderkörper schafft mehr, als Sie sich vielleicht vorstellen!

Doch so einfach ist es manchmal eben leider nicht. Neben dem heutigen Alltags-“stress“ (und dabei verwende ich gezielt das Wort Stress, denn auch Kinder können bereits im frühen Alter an den Symptomen von Stress leiden) ist die Zeit oft knapp und die Energie zu niedrig, um noch mit Freunden zu spielen oder die Welt da draußen zu erkunden.

Deshalb sollten die Eltern hier die Initiative ergreifen. Gönnen Sie Ihren Kindern regelmäßige Pausen vom Lernen und sorgen Sie für einen bewegten Ausgleich. Sich 8 Stunden am Stück zu konzentrieren? Seien wir mal ehrlich – das schaffen nicht einmal wir Erwachsenen, wie soll das dann ein energiegeladenes Kind schaffen? Deshalb alle 45-60 min eine Pause einlegen. Machen Sie kleine Bewegungsspiele mit Ihren Kindern oder gehen Sie eine Runde spazieren. Frische Luft macht dabei außerdem den Kopf etwas freier und sorgt für eine bessere Sauerstoffversorgung des Gehirns.

Um gezielt die Propriozeption und die Sensomotorik Ihrer Kinder zu schulen, habe ich hier einige kleine Spielchen und Tipps.

  1. Ballspiele

Stellen Sie Ihr Kind auf einen wackeligen Untergrund. Hierzu kann schon ein Kissen oder ein zusammengerollter Teppich oder eine Fitnessmatte dienen. Nun werfen Sie sich mit Ihrem Kind immer wieder einen Ball hin und her. Versuchen Sie dabei unvorhersehbare Richtungsänderungen beim Werfen einzubauen. Diese Übung stärkt nicht nur das Gleichgewicht und die stabilisierende tiefliegende Rumpfmuskulatur, sondern schult außerdem die motorischen Fähigkeiten.

  1. Das Eierspiel

Perfekt für Kindergeburtstage. Schon früh hat sich dieses Spiel als wahrer „Partykracher“ bei Kindern erweisen. Man steckt eine Strecke im Freien ab und lässt die Kinder in Gruppen gegeneinander antreten (ein bisschen Wettbewerbsmotivation schadet nicht!). Dann müssen die Kinder mit einem rohen Ei auf einem Esslöffel den Parkour durchlaufen.

  1. Dinge mit den Füßen aufheben

Unsere Füße tragen uns das ganze Leben – so der Plan! Kinderfüße haben noch nicht all zu viel erlebt, werden es aber noch. Daher ist es umso wichtiger, bereits jetzt damit zu beginnen, die Fußmuskulatur zu stärken. Das beugt Plattfüßen oder Fehlstellungen vor, die ansonsten zu weiteren Beschwerden des Bewegungsapparates führen könnten. Nehmen Sie hierfür einige Kisten mit verschiedenen Inhalten und lassen Sie Ihr Kind diese alleine mit den Füßen (Zehen) von einer Kiste in die Nächste umsortieren.

 

Denken Sie also immer daran – the early bird catches the worm!

Je früher Sie anfangen, desto besser. Den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anforderungen, die an die Kinder der heutigen Zeit gestellt werden, können wir nicht einfach entkommen. Doch wir können das Bestmögliche daraus machen, indem wir vorbeugend für ein gesundes Leben unserer Kinder sorgen!

 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei! Und denken Sie immer daran – lassen Sie Ihr Kind einfach auch einmal Kind sein!